Gottfried Mayerhofer Trostworte für Leidende - Gottfried Mayerhofer

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KRANKHEIT UND HEILUNG

Trost für Leidende
Trost im Kampf mit der Welt

„Schon wieder wirst du angegangen von einem Bruder um einige Worte des Trostes für eine neugeworbene Seele, die eben jetzt in die Taufe genommen das Wasser scheut, das Ich auf sie herab träufeln lasse.
Ja, so ist es mit den meisten Menschen, zuerst sehnen sie sich nach Meiner Gemeinschaft, bitten und flehen darum; komme Ich aber dann wie Ich gewöhnlich es zu tun pflege, um nämlich in dem Tempel, den Ich bewohnen will, allen weltlichen Mist auszuräumen, der sich darin angehäuft hat, so widersetzen sie sich der Räumung, und glauben, das was Ich zu ihrem Besten tue, sei eine Strafe, während es doch nur ein Füllhorn von Segen ist.
Arme Kinder, seht ihr denn nicht ein, dass Ich und die Welt nicht zusammenpassen, und um so weniger die Kaufmannswelt. Ich, Der alles hingibt für andere, gegenüber dem alles verschlingenden Egoismus eines Kaufmanns, welche Extreme, und diese sollten sich vereinigen können?
Bedenke solches dein neuer Freund wohl selbst nur ein wenig. Je mehr er sich in Meine Worte hineinlas, desto mehr musste es ihn ja anekeln mit solchen Menschen zu tun zu haben, die gerade das Entgegengesetzte sind von dem, was Ich aus den Menschen machen wollte, und was er nun selbst am Weg ist zu werden, d.h. Mein Kind.
Nachdem Ich schon längst diesen Drang, Mich zu suchen, in ihm fand, und er nicht Geistesstärke genug hatte, sich von dem loszumachen, was ihn doch anwidern sollte, so leitete Ich die Umstände so, dass auf eine geraume Zeit die Lust ihm vergehen wird, mit den weltlichen Interessen die göttlichen nebenbei verbinden zu wollen.
Ich weiß es wohl, die Arznei ist bitter, er wird von Menschen und euren menschlichen Gesetzen verurteilt; allein wenn Ich über ihn urteile und ihn nicht strafe, was ist besser? Meinem Gericht anheim zu fallen, oder einem gewöhnlichen Gesetzetribunal, wo man die Gerechtigkeit wie eine wächserne Nase biegen kann, wie man will, eine Nase bleibt sie immer.
Wie viele sind schon eingekerkert worden, welche zu redlich waren, und wie viele schon verurteilt, weil sie Meine Gesetze höher achteten als die der Welt. Es ist eine harte Probe für den redlichen Mann gestraft zu werden, während der eigentliche Schuldige frei ausgeht und sich mit dem brüstet, was er nicht hat und nie gehabt hat, mit der Rechtlichkeit; allein gerade eine solche Schule öffnet dann Meinen Verehrern und Zöglingen die Augen erst ganz, da fangen sie an zu sehen, wie nichtig alles in der Welt ist, und wie unvollkommen eure Staats- und Religionsgesetze sind.
Mit Abscheu wendet er sich davon weg, er hat, es ist wahr, das Ansehen bei der Welt verloren, aber bei Mir hat er gewonnen.
Für eine kurze Spanne Zeit von scheinbarem Wohlleben und Hochachtung von Seiten seiner weltlichen Genossen hat er dies vertauscht mit einem künftigen, sage ewigen Seelenheil, das die Welt ihm mit allen ihren Schätzen nicht ersetzen kann.
Fällt also dein Freund anderer wegen, so sei es ihm zum Trost gesagt, dass auch Ich für andere gelitten und geduldet habe.
Wer Mich liebt, dem lege Ich ein Kreuz auf, nur unter der Last des Kreuzes blüht Mein Reich; ist es auch dem Anschein nach schwer, so helfe Ich schon mittragen, und werde momentane weltliche Kränkungen und Misszustände durch selige Genüsse ersetzen, die dann den Leidenden für alles entschädigen werden.
Das Herz frei von Schuld, kühn den Ereignissen entgegen geschaut, auf Mich vertrauend, Meine Wege verfolgt, was kann ihm da begegnen, das nicht zu überwinden wäre?
Auch Ich wusste Mein Schicksal bei Meinem irdischen Lebenswandel voraus; auch Ich litt und starb sogar und zwar nicht für lauter gute, sondern meistens für schlechte Menschen; auch Ich hatte den Verräter unter Meiner nächsten Umgebung; also folge dein neuer Bruder nur Mir nach, wenn der Weg gleich mit Dornen bespickt ist, die Rosen werden doch nicht ausbleiben.
Die Dornen reicht ihm die Welt, und die Rosen behalte Ich Mir vor, sie dann in seinem geläuterten Herzen Selbst zu pflanzen.
Das gebe ihm Trost, und Meine Versicherung dazu, dass Mein Segen trotz aller scheinbaren Misshelligkeiten des Lebens ihn nicht verlassen, sondern stets ihn begleiten wird, solange er fest gewillt ist, Mein Kind zu werden. Amen.“

Quelle: „Allgemeine und besondere Lebenswinke für innere und äußere Verhältnisse und Zustände“, Neu-theosophische Schrift Nr.39, Kundgabe v. 20. Oktober 1870


„Nachdem du, Mein lieber Schreiber, eben von Zweifeln schreibst, ein Wort, das in deinem Mund nicht, und in deinem Herzen noch weniger vorkommen sollte, weil es Mangel an Vertrauen zu Mir ausdrückt, so will Ich denn dir wieder aus der Klemme helfen, und statt dass du deine Lamentationen und politisch kriegerischen Betrachtungen fortsetzest, dir Worte des Lichts für deine beiden besorgten Kinder geben.
Was deine Schwester betrifft, so schreibe ihr, sie soll nur getröstet sein, wenn auch solche einzelne Fälle des Unwohlseins vorkommen, es sind Kämpfe, angeregt durch die zuletzt genommenen Mittel; es würden ihr auch die Matteischen Mittel helfen, allein, dann hat ihr Mattei und nicht Ich geholfen, nachdem aber Ich sie in die Kur genommen, so will auch Ich dieselbe vollenden.
Auch in Meiner Praxis kommen solche Rückfälle vor, die Ich zulasse, sobald der Eifer gegen Mich nachlassen möchte, und so sind sie die beständigen Wecker zum Vorwärtsschreiten in Liebe und Demut, auf dem Weg des Kreuzes in Mein geistiges Reich.
Es ist ja auf eurer Erde auch nicht immer schönes Wetter, es müssen Stürme, Regen und Gewitter kommen, deren Wirkung am Ende immer heilsamer ist als der ewig gleichheitere Himmel und Sonnenschein, wo am Ende unter fortwährendem Sonnenstrahl alles, statt zu wachsen, verdorren würde. Im geistigen Leben ist es ebenso; der Geist oder die Seele muss gereizt, muss durch Leiden erschüttert werden, um deren Tatkraft zu befestigen und zu vermehren; deine liebe Kranke schrieb dir vor Kurzem einen so schönen Brief voll Liebe für Mich, der dich herzlich freute und Mich noch mehr, und doch blieb diese selige Stimmung, dieses unbegrenzte Vertrauen in Mich sich nicht gleich, es verflog, ließ nach; und nachdem auch Ich, wenn jemand Mir so seine Liebe erklärt hat wie deine Schwester nicht will, dass ihre Liebe zu Mir nachlasse, sondern nur sich noch vermehre, stärker werde, so schicke ich kleine Wecker, die das wankelmütige Frauenherzchen wieder anregen sollen, um sich nicht von Mir ganz abzuwenden.
Deine liebe Schwester soll wissen, dass auch Ich wie ein liebender Vater oder Bräutigam bei euch nichts weniger ertragen kann, als nach so einer feurigen Liebeserklärung eine Erkaltung; auch Ich bin dann eifersüchtig, und suche Mein Kind zu bewegen, nur wieder nach Mir zu blicken, und nur Mir zu vertrauen.
Übrigens du, Mein Schreiber, sei ruhig, jetzt, wo du Meine Worte an sie richtest, geht es schon wieder besser, es war nur die Folge einer Erkältung, und die Schmerzen vom vergangenen Jahr werden im heurigen schöne Früchte tragen, dessen sei du versichert.
Was die Besorgnis deines Bruders, ihres Mannes, anbelangt, so sage ihm, er soll nur Mir vertrauen! Ich weiß und sehe alle diese Gräuel des Krieges und lasse sie zu, weil es die Menschen der jetzigen Zeit nicht anders verdienen; je verstockter sie sind, desto größer und kräftiger die Weckmittel. Viele Menschen müssen und werden noch sterben; allein ihr müsst euch den Tod nicht so vorstellen, wie er augenscheinlich sich zeigt, dort wo vielleicht Hunderte wegen der Verstorbenen jammern, stimmt in der anderen Welt nicht ein einziger in diesen Jammer mit ein, sondern jubelt und preist meine Führung, dass Ich auf diese Art sein, und vielleicht das Heil seiner Familie gegründet und befördert habe; es werden euch später noch mehr haarsträubende Dinge der Unmenschlichkeit bekannt werden, und doch, wenn gleich euer Gesicht bei Lesung solcher Taten von gerechtem Unwillen sich rötet, seht, es ist das Endresultat doch wieder von Mir in ein Werk der Liebe und Gnade umgewandelt worden.
Nur weltlich müsst ihr diese Sachen nicht beurteilen, sondern sie von Meiner Seite betrachten, da Ich eigentlich nichts anderes tue, als wie oft eine liebende Mutter bei euch mit ihrem unmündigen Kind, dem es am großen Festtag ein besseres Kleid anziehen will, während das Kind sich weinend widersetzt. Ist aber die Ankleidung geschehen, und besieht sich das Kind im Spiegel es doch dankend der Mutter um den Hals fällt und liebkosend sie um Verzeihung bittet des blinden Widerstandes wegen, denn es sieht nun ein, es wusste nicht, was es tat.
Und so, Meine lieben Kinder, frohlocken jetzt Tausende, die unter Schmerzen und Elend auf dem Schlachtfeld oder in Spitälern den Geist aufgeben, d.h. den morschen Leib abgeschüttelt, und in geistiger Freiheit ihrem Weg der großen Bestimmung entgegen gehen.
Was die Machthaber ihren Stolz und Ehrgeiz betrifft, da seid nur ruhig, sie sind auch in Meiner Hand, und gerade da, wo sie sich am stärksten und mutigsten wähnen, werde Ich ihre Ohnmacht sie fühlen lassen.
Auch sie sind Meine Kinder, wenngleich verzogene; allein Ich habe schon Mittel, sie wieder auf den Weg zu bringen, wo sie nur Meine, nicht ihre Pläne fördern müssen!
Ihr alle, vertraut auf Mich! Lasst die Ereignisse kommen wie sie wollen; nur in Meinen Armen und an Meiner Brust ist Ruhe, dort werft euch hin, und lasst das Weltregieren Mir über; und wenn ihr das wirklich tut, so werdet ihr sehen, welchen ruhigen Blick euer geistiges Auge erhalten wird, ihr werdet wie ein hoch über Gebirge wegstreichender Adler nur die große allgemeine Aus- und Fernsicht genießen, und die Einzelheiten einer jeden Gegend oder Situation als unbedeutend erkennen, an Meiner Hand den Segen Meiner Lehre und Meiner Liebe genießen, so wie es Meinen Kindern geziemt, die nichts anderes kennen und wünschen als nur den Willen ihres Vaters zu erfüllen, und alles, was er tut, im Voraus als das einzig rechte erkennen. Nach dem strebt, und eure Ruhe und Mein Segen wird euch nicht ermangeln; dieses sagt euch euer euch liebender Vater. Amen.“

Quelle: „Allgemeine und besondere Lebenswinke für innere und äußere Verhältnisse und Zustände“, Neu-theosophische Schrift Nr.39, Kundgabe v. 3. Januar 1871


„Was deine kranke Schwester anbelangt, so muss Ich leider wiederholen, was Ich schon einmal sagte, hätte sie mehr Vertrauen und Hingabe in Meinen Willen, so wäre ihr schon längst besser. Es ist noch so manches in ihr, was heraus muss, und solange diese Scheidung nicht geschieht, wird sie leiden müssen.
Die Weiber auf eurer Erde sind ja alle eifersüchtig, und wenn sie einen Mann haben, so wollen sie in seinem Herzen nur allein herrschen, und was ein Weib, ein irdisch Geschöpf auf eurer Erde mit Recht beansprucht, soll das nicht auch Mir, dem Schöpfer alles Irdischen, ebenfalls erlaubt sein? Auch Ich will in einem Herzen allein herrschen, und gebe nicht nach, bis alles Feindselige daraus entfernt ist.
Hier hast du die ganze Krankengeschichte deiner lieben Schwester. Hätte ich sie nicht so lieb, so würde sie nicht so leiden. Noch ist sie wie ein widerspenstiges Kind; Ich möchte sie an Meine Brust ziehen, sie will aber nicht, und so zerre und zerre Ich an allen ihren Lebensfäden, bis Ich sie dahin gebracht, wo ihr Mann schon ist, d.h. auf den rechten Weg, Mein Kind zu werden.
Könnte deine kranke Schwester sehen, wie wehe sie Mir und sich selbst tut durch diesen Mangel an Vertrauen zu Meiner Vaterhand, so sei des versichert, würde sie augenblicklich zusammenstürzen vor Reue und Schmerz, und würde ausrufen, o Herr, verzeih mir Armen, mir Gepeinigten, ich erkannte Deine Hilfe nicht, sah Schatten, wo alles Licht, Schmerzen, wo nur Freude waltete, verzeih mir Gepressten, mir Verlassenen! Und ich antworte darauf: Komm an Mein Herz, und werde geistig gesund, der Leib wird dann schon nachfolgen. Amen.“

Quelle: „Allgemeine und besondere Lebenswinke für innere und äußere Verhältnisse und Zustände“, Neu-theosophische Schrift Nr.39, Kundgabe v. 9. Sept. 1870


„Der Sohn deines Bruders übergab dir heute die Erzählung eines Traums, welcher eben am Vorabend seines Geburtsfestes im Morgenschlaf ihn beunruhigte, und zugleich mit seinen Bildern ihn aufregte; er bittet nun um Aufklärung oder Deutung dieses Traumes.
Ich will es versuchen, ihm den Schlüssel zu diesem Phantasie-Gemälde zu geben, vielleicht findet er dann die Lösung selbst! […]
Trete, Mein Sohn, dieses neue Jahr als einen Zeitabschnitt deines Lebens mit dem Vorsatz an, Mich und Meine Lehren stets mehr kennen zu lernen, die Welt und ihre flüchtigen Freuden nur insoweit zu schätzen als ihr eigentlicher Wert ist, und du wirst sehen, sie wird dir dann am Ende dieses Jahres, wenn deine Seele wieder einen Besuch am Vorabend deines nächsten Geburtsfestes macht, statt Leichenfelder und Ruinen bei ihrer Rückkehr Rosen und lebende, ewig nie verwelkende Güter dafür als Lohn reichen.
So nehme deinen Traum auf, behalte das Bild als Mahnung stets vor dir, und du wirst auch bei allenfallsigem Wanken doch die Hand deines Vaters von Oben nicht verkennen, Der dich zwar durch das Labyrinth des jugendlichen Lebens hindurchwandern lassen muss, weil es so allen gegangen ist; aber nur mit Kampf und Seinem Segen wirst du auch ruhig in den Hafen der geistigen Ruhe und des Selbstbewusstseins einlaufen, wo du zwar wirst sagen müssen, der Herr hat mir viele Stürme gesandt; allein, wenn ich glaubte, an den Klippen der Verführung sollte mein Lebensnachen zerschellen, so war es nur wieder Seine Hand, die Mich von Anfang an nicht verließ, bis ich jetzt als erprobter Kämpfer aber auch von fern die Siegeskrone winken sehe. So möge es sein! Mein Segen begleitet dich, solang du denselben anflehst; arbeite und dulde, aber siege auch! Dies ist dein Ziel, und Meine einzige Freude an euch allen, Meine lieben Kinder! Amen!“

Quelle: „Allgemeine und besondere Lebenswinke für innere und äußere Verhältnisse und Zustände“, Neu-theosophische Schrift Nr.39, Auszug aus der Kundgabe v. 10. Dezember 1870


„Mein lieber Sohn, da dich dein Bruder gebeten hat um einige Worte von Mir für seinen Freund in G., den er besuchen will, so sage ihm denn, dass es Mich sehr freut, dass er es sich so angelegen sein lässt, Mir so viele Seelen als möglich zuzuführen. Er soll nur so fortfahren, und es wird das Ergebnis seiner Bemühungen ihn schon mit dem günstigen Erfolg krönen, da er alles dieses tat und noch tut aus Liebe zu Mir und zu seinen Nächsten.
Was seinen Freund betrifft, so weiß Ich schon lange, dass derselbe sich nach einer näheren Bekanntschaft mit Mir sehnt, Ich habe ihn deshalb schon manchmal gemahnt, und ihn auch manches Bittere ausstehen lassen, damit er sich in die weltlichen Wirren nicht zu sehr verwirre sondern stets Mich im Auge behalte.
Allein bei all Meinen Mahnungen konnte er sich doch noch keinen rechten Begriff von Meiner Vaterliebe machen; wenn er zu Mir betete, und oft schwer bedrückt zum Himmel aufschaute, so rief er Mich stets nur als Gott an, und als Gott ließ Ich ihm angedeihen, was nach seinen Begriffen ein Gott für Seine Geschöpfe zu tun willens ist. Jetzt aber ist die Zeit gekommen, wo er vorbereitet ist und reif, Mich nach und nach tiefer, d.h. auch als Vater kennen und lieben zu lernen; jetzt soll nur dein lieber Bruder mit ihm reden, und er wird ein geneigtes Ohr und ein offenes Herz bei ihm finden.
Viel hat er schon andere gelehrt, und mancher Segen ist ihm daraus erwachsen, jetzt will Ich ihm aber auch die Gnade antun, ihn in Meine Schule zu nehmen, damit er dann auch klar ersehen möge, warum seine Vergangenheit mit so düsteren und traurigen Ereignissen untermischt war, indem alles nur zum Zweck hatte, ihn so nach und nach vorzubereiten, noch bevor Ich ihn von dieser Erde abberufe, hier noch das Meiste zu tun, um nach seinem Hinscheiden ihn drüben als Meinen würdigen Sohn empfangen zu können, ihm dann zurufend: Komm her, Mein lieber Dulder! Du hast gelitten und gekämpft, keine Rosen habe Ich dir auf deiner irdischen Laufbahn gestreut, nur die Dornen davon ließ Ich dich fühlen, und die Rosen verbarg Ich dir, die der Dornen vergessend dich mit Wohlgeruch gelabt hätten; doch nun komme her zu Mir, sieh, die Rosen habe Ich mit Fleiß aufbewahrt, um sie nun dir Selbst zu überreichen; auf Erden hätten selbe noch immer kleine Makeln gehabt, hier aber bei Mir  in Meinen Himmeln, reiche Ich sie dir ohne Fehler, als Vergeltung deines Strebens und Duldens.
Sag ihm das, und er wird sich gewiss freuen auf den Moment, wo er diese oben angeführten Worte aus Meinem Mund selbst hören wird als Lohn seiner Ausharrung in Meiner Liebe fortzuschreiten so viel es die weltlichen Verhältnisse ihm erlaubten.
Bis zu diesem solennen [erhabenen] feierlichen Akt Meine Gnade ihm, möge er Mein Wort willig in sein Herz aufnehmen, und er wird bald erfahren und verspüren den lebendigen Segen Dessen, Der ihm jetzt Seine väterliche Gnade nicht länger vorenthalten will. Amen.“

Quelle: „Allgemeine und besondere Lebenswinke für innere und äußere Verhältnisse und Zustände“, Neu-theosophische Schrift Nr.39, Kundgabe v. 21. April 1870



Trost in misslichen Verhältnissen

„Mein lieber Sohn, du beklagst dich wegen deinen Verhältnissen, die dich so in die Enge treiben, dass du, gehst du den weltlichen Ideen nach, keinen Ausweg findest. Du führst die Stelle an, wo Ich vor Kurzem dir sagte, du sollst alles tun, um dir eine sorgenfreie Stellung zu verschaffen, um deine Verpflichtungen gegen deine Familie erfüllen zu können.
Sieh, Mein liebes Kind, als Ich dir dieses sagen ließ, da wusste Ich wohl, wie es um deine materiellen Verhältnisse steht; Ich weiß aber auch, wie es mit deinen geistigen ist; und wenn Ich dir anriet, für das Weltliche zu sorgen, so wollte Ich dich bloß dadurch anspornen, die Abhilfe nicht wieder bei der Welt, sondern bei Mir zu suchen.
Teilweise durch deinen letzten Brief und auch teilweise durch dein emsiges Flehen im stillen Gebet hast du es getan. Nun soll dir auch Trost und Frieden werden, aber vorerst muss Ich dich erinnern, dass dein Vertrauen zu Mir unerschütterlich sein muss; sei eines Sprichworts auf eurer Erde eingedenk, welches heißt, wer sich auf Menschen verlässt, der ist verlassen. Was will das sagen? Denn sieh, solche Sprichwörter, meist von schlichten einfachen Naturmenschen erfunden, haben oft tiefere Wahrheiten zum Grund, als mancher ausgehegte philosophische Unsinn eurer sogenannten Gelehrten.
Nun dieses Sprichwort will sagen mit anderen Worten, vertrau auf Den, Der auch die Spatzen auf dem Dach nicht vergisst, und das sollst du auch tun; lass nur Mich sorgen, dir deine Ausstände einzutreiben, du kannst keinen besseren Verwalter finden, als Mich.
Horche Meiner Stimme in deinem Inneren, und bei jedem Schritt, den du tun willst, weil es dein eigenes Interesse und der Trieb der Selbsterhaltung fordert, wirst du von Mir erfahren, ob Ich dein Gebaren billige oder nicht.
Hab Vertrauen in Mich, und du wirst ein anderes Sprichwort dann auch erfüllt sehen, welches heißt, wenn die Not am größten, ist Gott am nächsten, so wird es auch sein; bis jetzt habe Ich dich geführt, dich geleitet, durch verschiedene Wege, aber doch stets nach einem Ziel, d.h. zur Vereinigung mit Mir. Wie oft – denke ernstlich nach – wie oft hast du Meine Hand sichtlich gefühlt, die in dein Schicksal eingriff, und dich wohl manchmal gegen deinen Willen und Erwarten dahin brachte, wo auch du diese Hand segnen musstest.
Nun, wenn du diese Führungen in deinem Lebenslauf nachweisen kannst, warum zweifelst du jetzt, als ob Ich dich im Stich lassen werde? – Siehst du, wie wenig Vertrauen du doch eigentlich besitzt, du willst es zwar anderen und dir selbst weiß machen als hättest du unbegrenztes Vertrauen zu Mir, und doch dein letzter Brief mit der Bitte an Mich, wo du den Welthimmel so schwarz siehst, zeigt deutlich, ja deutlicher als du es selbst willst, dass dieses Vertrauen, was dir die Ruhe und den Trost geben könnte, doch noch nicht in deiner Brust sich fest eingenistet hat.
Mut, Mein Kind! Ich bin ja dein Vater, dein Beschützer, Der dich liebt, Der eine große Freude an deinen geistigen Fortschritten hat. Mut! Rufe auch du aus, wenn Gott mit mir, wer mag da gegen mich sein!
Lass die Welt ihre Schleichwege gehen, getrieben von schlechter Selbstsucht; flieh zu Mir, in Meinen Armen erhältst du Trost und Ruhe; wenn Gott dich beschützt, was fürchtest du der Menschen Treiben?
Sei versichert, je mehr du dich Mir näherst, desto mehr wird die Welt zwar feindlich sich dir entgegenstellen, allein der Sieger werde doch am Ende Ich bleiben.
Bei Mir such deinen Frieden, und deine Sorgen lege in Meinen Schoß, dann wirst du aller Zweifel los. Amen.“

Quelle: „Allgemeine und besondere Lebenswinke für innere und äußere Verhältnisse und Zustände“, Neu-theosophische Schrift Nr.39, Kundgabe v. 12. Februar 1871


Aus einem Brief von Gottfried Mayerhofer an einen Freund: „Hinauf den Blick, und hinein den Blick. Hinauf in die unermesslichen Räume, wo Welten im luftleeren Raum ihren ewigen Kreislauf vollenden, und hinein ins eigene Herz den Blick, wo Ihnen eine Stimme sagen wird: Unermesslich für dich sind zwar die Räume, unermesslich groß, und unermesslich klein ist die ganze sichtbare Schöpfung, ein Wunder dort und ein Wunder hier, und doch gibt es über diesem materiellen Makro- und Mikro-Kosmos noch etwas Größeres, Erhabeneres, und das ist dein eigener Geist, o Mensch, der dich eben diese Dinge, wenn nicht begreifen, aber doch ahnen lässt, der dich, kleines Ding im unendlichen Raum, fühlen lässt, dass trotz allem Sichtbaren noch eine größere unsichtbare Welt besteht, die dein einstiger Heimatsort werden wird, wo du erst erkennen wirst, dass du nichts verstehen, begreifen oder nur ahnen könntest, hätte nicht die Liebe eines Schöpfers dir ebenfalls jenen Geist eingehaucht, der allein nötig war, dass du, ein Kind aus Seiner Hand, Ihn lieben, ihn ahnen konntest.
Daher vertraue auf Ihn, Der dir diese Eigenschaften ins Herz gelegt, Er hat es nicht getan, dass du der Verzweiflung dich hingibst, sondern dass du mitten im Leiden selbst Seine Führung segnen sollst.
Er hat es getan, damit, wenn auch deine Kurzsichtigkeit die Fäden des geistigen Gewebes nicht erkennt, wie und warum diese Ursache und jene Wirkung folgen musste, du doch nicht die Hoffnung verlieren mögest, als wäre etwas ungerecht oder als Strafe geschehen. Liebe straft nicht, kann nicht strafen, und wenn du einen geliebten Gegenstand verlorst, so wirst du ihn nur noch liebender wiederfinden, vorausgesetzt, dass du dieser Liebe würdig bist.
Daher getrost, Mein Kind, wandle den Weg, den Ich dir vorgezeichnet, wandle ihn mit dem Bewusstsein, stets recht und gut zu handeln, und lass alles andere Mir übrig.
Verschiedene Geister brauchen verschiedene Mittel ihre Mission auf dieser Erde zu vollenden, und so ist auch dein Lebenslauf den großen Gesetzen der Geisterwelt unterworfen, wo du deine Aufgabe ebenso wie tausend andere lösen musst, nämlich deinem Ausgangspunkt dich wieder zu nähern. Unbewusst gingst du von dort aus, mit moralisch-göttlichem Bewusstsein sollst du dorthin wieder zurückkehren, wie und wann, das ist Meine Sorge, Der Ich dieses als kurze Antwort auf den langen Brief Meines Schreibers dir mit dem väterlichen Segen auf deine Lebensreise mitgebe.
Vertraue, hoffe und liebe Mich, deinen Nächsten und dich selbst als geistiger Abkömmling von Mir, entweihe dein eigenes Ich nie, eben weil Ich einen göttlichen Funken hineingelegt habe, der dich, o Mensch, erst zu dem stempelt, was du vor deinem Anfang warst: Ebenbild deines Schöpfers und liebenden Vaters. Amen.“

Quelle: „Allgemeine und besondere Lebenswinke für innere und äußere Verhältnisse und Zustände“, Neu-theosophische Schrift Nr.39, Kundgabe ohne Datum


„Das Geistige, Edlere in der menschlichen Natur muss auf anderen Wegen ausgereift werden, als du es dir denkst.
Sieh diese geistige Blume an, wie schön entfaltet sie sich im sanften Schatten der Schmerzen und Leiden, während, würde Ich es machen wie du es willst, d.h. würde Ich sie ins grelle Sonnenlicht des körperlichen Gesundheitslebens versetzen, sie statt sich sanft und langsam zu entwickeln schnell verdorren würde.
Darum sachte, Mein Sohn, wenn du dein geistiges Pflegekind liebst, nachdem Ich euch geistig zusammenführte weil andere Bande euch binden, die ihr nun nicht wissen könnt, so sei versichert, obwohl deine Liebe zu ihr auch groß, doch die Meinige noch um vieles größer ist.
Sie möchte dir oft in die Arme sinken, weil die Liebe alles an sich ziehen will, was sie liebt, allein bei dir müsste ein Wiederloslassen folgen, weil ihr, jede Seele, zu anderen Missionen bestimmt seid.
Allein wenn einst der Moment kommt, wo dein Kind in Meine Arme sinken kann, dort ist erst diese wahre und dauernde Glückseligkeit, die bei dir nur schwach und momentan, bei Mir dann aber stark und ewig ist.
Was ihr Geschöpfe auf Erden von Liebe fühlt, und wenn es auch die stärksten Affekte sind, die euer Herz schneller pulsieren machen, es sind doch nur schwache Anfänge, leise Ahnungen gegen diese Liebe, die Ich zu euch fühle, und die Mich bewegt, aus so mancherlei verschiedenen Wegen euch an Mein Vaterherz zu ziehen.
Dich, Mein lieber Schreiber Meines göttlichen Worts, dich kenne Ich, du möchtest die ganze Welt beglücken, alle Menschen zufrieden sehen, und alle den nämlichen Weg führen, der nur zu Mir führt. Du möchtest Friede und Eintracht, Bruder- und Gottesliebe auf diesem Erdball im höchsten Grad ausgebildet sehen, du möchtest, wie dein leidendes Pflegekind, die ganze Menschheit mit einem Schlage kurieren.
Auch Ich möchte dasselbe tun, und doch kann und darf Ich es nicht; auch Ich muss Leiden, Elend, verschuldet und unverschuldet, zulassen, und darf solches nicht unterdrücken, weil ein höherer, größerer und geistiger Zweck Mich zwingt, das weltliche Leben dem geistigen unterzuordnen; und wenn deine Seele bewegt ist, wo du dies Kind leiden siehst und nicht helfen kannst, so bin auch Ich es oft noch weit mehr.
Tröste dich also mit Mir, du kleiner geistiger Vater einer kleinen Herde, was du im Kleinen fühlst, das fühle Ich im Großen, nur mit dem Unterschied, dass, hättest du Meine Macht, du wahrscheinlich dumme Streiche machen würdest, was bei Mir nicht der Fall sein kann.
Fahr fort auf dem Weg zu gehen wie jetzt, liebe deine geistigen Kinder wie dich selbst, und eifre sie alle an, Mich über alles zu lieben, und du wirst schon zu seiner Zeit klar sehen, dass Ich doch ein besserer Wegführer bin als du.
Sieh diese Meine Tochter an, was war sie, was ist sie jetzt? Gewiss, du hättest sie nicht dahin gebracht wie Ich; erkenne daher Meine Macht und Meine Liebe und bezähme deine Ungeduld, alles hat seine Zeit, und soll einst euch allen Frieden und Ruhe zuteilwerden, so vergesst nie, dass eben über allen scheinbaren Misshelligkeiten des Lebens wie die Sonne über allem menschlichen Elend so die Liebe eures Vaters allein die mächtige Kraft ist, die euch alle leitet. Amen.“

Quelle: „Liebe, das Grundgesetz alles Lebens“, Neu-theosophische Schrift Nr.38, Kundgabe v. 6. September 1871


„Du bittest Mich um einige Worte des Trostes für ein paar Freundinnen deiner Schwester, welche durch dich für selbe etwas Direktes von Mir vernehmen möchten, und auch dein Bruder glaubt, auf diese Weise einem ihm bekannten Freund auf den rechten Weg zu helfen, wo er aber selbst noch nicht überzeugt ist, ob dieser Freund wirklich diesen Weg einzuschlagen gesonnen ist.
Für alle diese drei Personen habe Ich statt einer Antwort die folgende Frage von Meiner Seite an sie zu stellen, habt ihr denn keinen anderen Weg, um Trost und Hilfe von Mir zu erflehen, als eben gerade diesen erwählten, oder glaubt ihr, dieser Weg sei der beste?
Da deine Fragesteller nicht anwesend sind, so übernehme Ich auch die Antwort auf diese Frage, indem Ich weiter frage, wenn ihr im einsamen Kämmerlein eure Seele zu Mir erhebt, und Mich inbrünstig um Hilfe anfleht, glaubt ihr denn, dass ich euer Flehen nicht höre, oder, wenn ihr manchmal zu Mir gebetet habt, fühltet ihr da nicht manchmal eine tröstende Stimme in eurem Herzen, welche eure Zweifel und Bitten zu beschwichtigen suchte und euch Ruhe einflößen wollte? Warum habt ihr dieser Stimme so wenig Gehör gegeben?
Warum muss es gerade einem anderen Menschen überlassen sein, diese Vermittlung zu bewerkstelligen, einem Menschen, den Ich allerdings zu Meinen größeren Zwecken als Meinen Schreiber manchmal benütze, um Meinen schon seit lange verirrten Kindern den rechten Weg aufs Neue zu weisen, und die wiedergewonnenen auf demselben zu bestärken, und ihr Vertrauen stets mehr zu befestigen; ist denn zwischen uns, Mir dem Vater und euch den Kindern, ein drittes nötig wo doch zwei genügen? Oder, wenn ihr die rechte Art zu beten, wie ich im Evangelium es lehrte, nämlich im Geist und in der Wahrheit, nicht kennt, warum nehmt ihr nicht die Schriften zur Hand, welche euch dasselbe lehren, nämlich eben Mein Evangelium, ferner Mein durch Meine Knechte neugegebenes Wort, damit ihr begreifen mögt, was es eigentlich heißt Religion haben, wie diese Religion eigentlich beschaffen ist, worin sie besteht, und wie der Mensch durch dieselbe seinem Vater sich stets mehr nähernd endlich begreift, auf welche Art ihm Ruhe und Trost werden kann, und sodann den Text verstehen lernt, wo es heißt, kommt her zu Mir, die ihr beladen seid, auf dass ich euch eure Bürde abnehme, und euch den Weg zu Mir erleichtere.
Solange ihr, Meine lieben Kinder, nicht diesen Weg einschlagt, werdet ihr keinen bleibenden Trost und keinen beständigen Frieden im Herzen erringen können, denn wisst, den eigentlichen Trost gibt nur das Bewusstsein, nach Meiner göttlichen Lehre gelebt und gehandelt zu haben. Alles andere, und wenn es auch direkt von Mir käme, wie z.B. diese Zeilen, kann euch nur für den Augenblick, da ihr es lest, angenehm beeindrucken, aber es ist von keiner dauernden Wirkung und kann es nicht sein, weil Ich als Gott nicht verschiedene Mittel vorschlagen kann um zu Mir zu gelangen, sondern es gibt nur einen Weg, den der Wahrheit, und der führt durch Mein Wort zur Tat, und durch beide zum Trost und Frieden im Herzen. Versteht ihr dieses?
Ich bin ja nicht bloß Vater für den oder jenen, für diese oder jene, Ich bin Vater für alle, und ebendeswegen, weil Ich alle mit gleicher Liebe umfasse und ziehe, so gibt es bei Mir keinen Protektionsweg, wo man etwa auf dem einen oder anderen, wie bei den Großen der Welt, eher zum Ziel gelangen könnte, etwa durch so ein Hinterpförtchen eher, als durchs Haupttor.
Ich bin für alle stets gleich bereit, höre alle mit gleicher Vaterliebe, und lasse jedem Flehenden zukommen, was ihm nötig ist. Alles kann Ich natürlich nicht Selbst tun, da muss der Bittsteller auch von seiner Seite dazu beitragen, damit geschieht um was er fleht; es genügt, wenn ich dem Zustandekommen seiner Wünsche nicht entgegen bin, sondern mittelst Meines Segens sein Werk befördern helfe, denn der Mensch, als selbständiges Wesen und Abkömmling von Mir, muss sich durch seine Taten Meiner Hilfe würdig zeigen, sonst habe alles Ich und er gar nichts getan, wo ist dann sein Verdienst, und das aus selbem entquellende Bewusstsein, dass er ausrufen könnte, ich habe nach langem Kämpfen endlich doch erreicht, danach ich gestrebt habe! Gekämpft muss werden, mit den eigenen Leidenschaften und Vorurteilen, mit den Ideen der Welt und mit den Versuchungen derselben, und nur dann wird dem Sieger auch die Krone, und unter keiner anderen Bedingung.
Meine lieben Kinder, ihr seht, Ich setze euch genug auseinander wie ihr euch benehmen sollt und was ihr zu tun habt um zu Mir zu kommen, und durch Mich sodann den Trost und Seelenfrieden zu erreichen danach ihr euch so sehr sehnt. Wäre ich nicht der Vater, Der wie der Hirte die verirrten Schafe aufsucht, und die anderen indessen stehen lässt, so würde Ich nicht so viele Worte verschwenden um euch auf den rechten Weg der Erkenntnis zu bringen; allein da ihr Mich nun einmal gebeten und Meine Güte keine Grenzen hat, Ich auch gerne rede, da wo meine Worte ein williges Ohr finden, so habe Ich Mich eben hier ins einzelne eingelassen, damit auch ihr aus dem einzelnen heraus leichter den Weg zum allgemeinen findet, d.h. aus eurem Herzen als einzelne Flehende den Weg zum allgemeinen Vater und Tröster.
Was die andere Frage der einen anbetrifft wegen ihrem körperlichen Zustand, so sage ihr, dass es bei ihr an der geregelten Verdauung fehlt wie in natürlicher, so auch in geistiger Beziehung.
Nicht die Speisen in den Mund nehmen, selbe verschlucken, und sie dem Magen nur halb oder auch gar nicht verkaut übergeben heißt essen, sondern die Speisen zuerst mit den Zähnen zermalmen, mit dem Speichel im Mund vermischen, und so vorbereitet sie dem Magen zur weiteren Verdauung übergeben, das heißt für seinen Körper den Nahrungsstoff regelrecht bereiten.
Ebenso in geistiger Hinsicht. Nicht Meine Worte bloß lesen, selbe sodann nach kurzer Verstandeskritik ganz wie sie sind, dem Herzen übergeben, und das Weitere den momentanen Einflüssen überlassen, heißt Religion haben oder selbe ausüben. Nein, sondern Religion haben und ausübender Christ sein, wie Ich es meine, heißt, Meine Lehre mit den Zähnen des Verstands zermalmen, sodann sie mit dem Liebesaft des christlichen Glaubens vermischt dem Herzen zur Danachachtung übergeben und danach leben heißt Nahrung für den Geist und die Seele sammeln, und wie der Körper bei geregelter Verdauung stets gesund und gesunder wird, ebenso werden der Geist und die Seele stets höher und höher in der Erkenntnis steigen, und Meine einzigen zwei Gebote liebt Mich über alles und den Nächsten wie euch selbst immer besser verstanden und ausgeführt werden.“

Quelle: „Allgemeine und besondere Lebenswinke für innere und äußere Verhältnisse und Zustände“, Neu-theosophische Schrift Nr.39, Kundgabe v. 9. August 1870


„Dir, Meine Tochter, sage Ich, vertraue auf Mich! Wenn auch noch mehr Leiden dich befallen mögen, die wohl teilweise Schaden anrichten können aber im Allgemeinen doch notwendig und schließlich nur nutzbringend sind. Nur hüte dich vor selbstgemachten Fehlern, denn diese musst du auch selbst wieder gut machen, weil du sie begangen hast, und Ich selbe zwar zugelassen habe um dich vorsichtiger zu machen, damit du so noch Schlimmeres vermeiden lernst. Gesetze bestehen in der ganzen Natur, und diese kann Ich nicht umstoßen, sondern höchstens deren Prozess beschleunigen, wodurch dann für manches der Verlauf kürzer wird, und zwar zu deinem und aller Menschen Segen. Amen.“

Quelle: „Liebe, das Grundgesetz alles Lebens“, Neu-theosophische Schrift Nr.38, Auszug aus der Kundgabe v. 25. Februar 1872


„Lieber Sohn, du bist unwillig über die Widerwärtigkeiten, die dich jetzt schon seit einiger Zeit Schlag auf Schlag treffen, du möchtest gern einen Ausweg aus diesem Labyrinth finden.
Sieh, Mein Kind, dieses alles lasse Ich zu, damit du dich noch mehr von der Welt abziehen und deine Hoffnungen nicht auf Menschen sondern nur auf Mich richten sollst; Ich bin der Herr, Der alles leitet, die anderen sind ja nur Handlanger, die willenlos zu Meinen großen Zwecken ihre Kräfte und ihre Arme reichen müssen ohne zu wissen, wie maschinenartig sie alle den Karren ziehen, an den Ich sie gespannt habe, da sie zu nichts Besserem tauglich sind!
Mach dir nichts daraus, wenn du auch mit der ganzen Welt in Unfrieden lebst, und überall missstimmte Seele entdeckst wo du keine vermutet hast; was kümmert dich das alles. Bist du bei Mir gut angeschrieben, lass sie laufen; alle müssen Mir dienen, um dich, den Ich für Mich erziehen will, immer an Erfahrungen zu bereichern, damit du endlich begreifen mögest, dass auch der beste Freund in der Welt noch lange keinen Groschen wert ist, und dass Ruhe und Frieden nur bei Mir allein zu finden ist.
Wie viel wirst du und deine Brüder und Schwestern noch zu dulden haben. Gewöhnt euch alle ans Dulden, denn es wird schon noch ärger kommen; jetzt sind es nur kleine Geduldsproben, später werden schon noch härtere Speisen euren Mägen zum Verdauen gegeben, werden.
Dir ist es unangenehm, leider zu erfahren, dass alle deine Pläne wieder ein kleines Scherflein zum Druck des großen Werks [Das Große Evangelium Johannes von Jakob Lorber (10 Bände)] beizutragen misslungen, und alle Hoffnungen gescheitert sind, die dir einen Gewinn zu diesem Zweck in Aussicht stellten.
Ich frage dich aber, warum bautest du alle deine Hoffnungen auf Menschen, und vergaßest dabei so ganz, dass doch eigentlich Ich das Hauptwort in dieser Sache am meisten zu entscheiden habe, ob deine Pläne mit den Meinen korrespondieren? Warte nur ab, wenn es an der Zeit ist, so werde Ich auch deinen Eifer zu belohnen wissen und dir verschaffen, was Ich von dir zur weiteren Verbreitung Meines Worts haben will; bis dorthin greift Mir nicht vor in Meinen Plänen; denn erstens erreichst du nichts, und zweitens, wann Ich nicht will, ist auch dein Mühen umsonst.
Es plagt dich auch die langwierige Krankheit deiner Schwester; allein auch da ist es das Nämliche, immer willst du es besser wissen als Ich, oder wie ihr sagt, das Ei will gescheiter sein als das Huhn. Wenn Ich die Seele deiner Kranken gehörig geprüft und mürbe gemacht habe zur Aufnahme Meines Worts, so wird sie auch gesund werden, und nicht eine Stunde früher als Ich es will.
Magnetisiere du sie nur alltäglich nach Meiner Vorschrift und traue auf Meinen Segen dabei. Das Übrige lasse Mir über; du magst versichert und überzeugt sein, du kannst deine Schwester nicht mehr lieben denn Ich als Mein Kind sie liebe, und am Ende, willst du denn nicht ihre geistige Besserung in erster Instanz? Der Körper wird dann schon gesund werden, sobald die Seele sich ganz Mir ergeben hat.
Was die weitere Kopierung Meiner Nebenworte betrifft, wo der eine die Originale verweigert, und der andere die Kopien nicht schickt, so siehst du wieder dasselbe, wie Ich oben gesagt, weil Ich es so und nicht anders will.
Solange du deinen Willen nicht in den Meinen ganz aufgehen lässt, und wenn du etwas willst, nur zuerst Mich fragst, zu Mir kommst, und Mich allein bittest, solange wirst du immer die traurige Erfahrung machen müssen, dass wer nicht auf mich vertraut, der hat stets auf Sand gebaut.
Folge Meinem Rat, und du wirst zu rechter Zeit in stetem Hinblick auf Mich alle Fragen so einfach und so natürlich sich lösen sehen, dass du dann erst ganz begreifen wirst, so und nicht anders war es am besten.
Meinen Segen für dich und deine Brüder und Schwestern. Folgt alle Meinem Rat und lasst euch führen von Meiner Hand, es ist ja die Hand eines Vaters, des himmlischen Vaters, und glaubt ihr denn, Derselbe kann euch auf Irrwege führen? Wie vertragen sich solche Gedanken mit Meiner unbegrenzten väterlichen Liebe, wo Ich ebendeswegen mit jedem Pulsschlag eures Herzens Tausende von Gnaden über euch ausgießen lasse, von denen ihr nicht eine einzige ahnt.
Ich sage dir nochmals, beruhige dich! Arbeite für mich und dein eigen Herz! Das Resultat deines Strebens aber lass Mir über, und du wirst Ruhe und Frieden wieder finden, wie selbe Meine Kinder stets haben sollen, da ihnen die Welt nichts mehr geben und nichts mehr nehmen kann. Amen.
Dies sagt dir dein langmütiger und geduldiger Vater, Der euch unmündige Kinder sobald als möglich kräftig dastehen sehen möchte, um noch Größeres als Probeschule zu ertragen, was der Drang der Zeiten und das Herannahen der großen Wiedergeburt eures Erdballs erheischt. Also:

Nicht verzagt in trüben Tagen,
Wenn euch des Schicksals Stürme jagen;
Dort Oben ist die Hand, die euch geleitet
Und euch den Sieg gewiss bereitet.
Gut handelnd stets nach Mir ihr müsset schauen,
Und nicht verlieren sondern mehren das Vertrauen!
Dann mag auch kommen was da will –
Ein Blick zu Mir, und jede Furcht wird still.

Der Vater ist's, Der euch ja nie verlässt,
Auch selbst wenn ihr Ihn leicht vergäss't!
Zurück kehrt ins Herz die Liebe wieder,
Vertrauend werden wieder neue Glieder
Des einz‘gen Bundes, den Ich selbst mit euch geschlossen,
D'rum fortgekämpft stets unverdrossen!
Am End' wird all das Dunkel sich schon klären,
Und sehen werdet ihr den Vater in den Himmelssphären!

Amen.“

Quelle: „Allgemeine und besondere Lebenswinke für innere und äußere Verhältnisse und Zustände“, Neu-theosophische Schrift Nr.39, Kundgabe v. 18. Juni 1870



Trost bei Verlust Angehöriger

„Mein liebes Kind, du verlangst ein Wort über die geistige Bedeutung des Abschieds, und während du solches von Mir erbittest, vollführst du selbst diese Bedeutung in ihrer höchsten und geistigsten Weise, indem du Abschied nimmst von all den Ansichten, die du bisher von der Welt und ihrem Treiben hattest, indem du ein Lebewohl dem Materiellen zurufst, und dich dem Geistigen gänzlich in die Arme wirfst.
Eben jetzt, wo du die sichtbare Außenwelt nur als Mein äußeres Kleid ansiehst, mittelst welchem Ich dem Menschen am meisten fasslich bin, und wo er, möchte er Mich suchen, mich am ehesten und leichtesten finden könnte, eben jetzt, wo du dem Anschein nach Abschied nimmst von der früheren Ansicht, wo die Außenwelt nur einen lieblichen, angenehmen Eindruck der Liebe in dir zurückließ, und wo du anfängst, überall nicht Materie, sondern nur Geistiges zu sehen; eben jetzt wirst du auch erkennen, dass es keinen Abschied, keine Trennung gibt, sondern dass alles, in welche Verhältnisse, Veränderungen und Verwicklungen es auch kommen möge, doch geistig nicht getrennt, sondern ewig verbunden ist.
Wenn du dich zurückerinnerst an jene Stunden, wo in Momenten der Trennung oder des Abschieds du erst gewahr wurdest, wie viel Liebe und Anhänglichkeit dein Herz verschloss für den scheidenden Freund oder Freundin, so wirst du jetzt, gewappnet mit dem geistigen Blick und höherer Einsicht in Meine Liebewelt gewahr werden, dass eine Entfernung Geister nicht trennen kann, dass die Seelen vereint bleiben wie sie es waren, und durch das geistige Band Meiner Liebe es stets sein werden.
Du täuschst dich wenn du glaubst, dieses Gefühl der Trennung oder die Abschiedsszene wird dir peinlich sein, mitnichten, du wirst mit dem Aufblick zu Mir erkennen, dass Wesen, die sich lieben, wohl körperlich getrennt werden können, zumal so lang sie in dieser Prüfungsschule des irdischen Lebens ein jedes seine Mission auf eine ihm eigene individuelle Art erfüllen muss, aber du wirst in deinem Herzen auch die Versicherung klar vor dir haben, dass es wohl einen anderen Zustand noch geben muss, wo Herzen, die gleich gestimmt und harmonisch verbunden, den Weg zu Mir anstrebend, nicht mehr geistig getrennt werden können; und dieser Zustand ist in jener Welt, wo körperliche Trennung nicht möglich, aber wohl geistige Einigung der Hauptzweck und das Hauptleben ist.
Was würde euch Menschen denn bleiben für die andere, größere und geistige Welt, hätte Ich euch hier schon alles gegeben. Es muss noch höhere Genüsse, dauernde Seligkeiten, und bleibendere Freuden geben, die dann Meine Kinder, Meine Dulder und Kämpfer für Meine Lehre, für alles das entschädigen, was sie hier für Mich und Meine Liebe ausgestanden haben.
Es muss noch höhere Genüsse geben, die nur wie leise Ahnungen oft in einzelnen Momenten das menschliche Herz durchzucken, und wo – wie du es selbst oft erfahren haben wirst – die menschliche Sprache keine Worte hat, sondern höchstens ein mit Tränen gefülltes, selig begeistertes Auge, ein mit aller Inbrunst in höchster Wonne gegebener Kuss, ein mit aller Kraft ans heftig pochende Herz gedrückter Freund oder Freundin oder Verwandter im Mindesten nur fühlen kann, wie viel Liebe unausgesprochen durch die bewegten Herzen ziehen kann, welches alles erst dort, wo nicht grobe Materie, sondern geistige, ätherartige Vehikel als Umkleidung einer geistig gehobenen Seele auch ganz zeigen und lesen lassen kann, was die menschliche Brust verschließt, was ihr höchster Flug am Arm Meiner Liebe fähig ist, und wo auch solche Gefühle ertragen und bleibend genossen werden können.
Ebendeswegen ist die Welt so eingerichtet, damit sie dem Menschen auf jedem Schritt zurufen soll, Wanderer zwischen Materie und Geist, kette dich an nichts Irdisches. Nichts ist bleibend, vergänglich alles, selbst auch du. Genieße die Freuden der Welt im geistigen Sinn wie dein Herr und Schöpfer mit liebender Vaterhand sie in die Materie gebunden und in sie hineingelegt hat.
Verlange von der Materie kein Bleiben, keine Ruhe, verlange von deinen irdischen Gefühlen keine Stetigkeit, hier auf dieser Erde und im ganzen materiellen Universum gibt es keinen Stillstand, keine Ruhe, sondern es ist ein ewiges Kommen, ein ewiges Abschiednehmen.
Klammere dich daher an nichts Vergängliches, denn die Gesetze des Fortbestehens kannst du nicht aufhalten, sondern erhebe dich über die Materie, lass deinen von Gott in dich gelegten Funken reden, horche seiner Sprache, und er wird dir sagen, du in Staub gekleideter Ableger eines ewigen Gottes, eines ewigen Schöpfers, eines ewig liebenden Vaters, erhebe deinen Blick über alles Wesende, Pilger im Staub, fürchte keine Trennung, die Materie trennt sich scheinbar nur, und das auch nur, um in anderen Verbindungen auf höheren Stufen und in anderen Formen sich zu einen. Was die Materie tut, das ist auch dein Schicksal, nur auf kürzerem Weg und geistigerem Flug; auch für dich gibt es keinen Abschied, sobald du dir des ewigen, geistigen Verbands bewusst bist. Für dich, Mittelding zwischen Erde und Himmel, kann selbst der Tod keinen Stachel mehr haben, sobald du erhaben über die Materie, nur den geistigen Stoffwechsel im Auge hast.
Für dich gibt es keine Trennung, keinen Abschied, und wenn auch körperliche Trennung dem Gewohnheitsgefühl Fesseln anlegt, so werden desto größere Freuden, die Freuden des Wiedersehens, des Wiederfindens in jenen Welten und Räumen erfolgen, die ewig dauernd wohl in einer Minute ersetzen können, was Jahre der irdischen Trennung verursacht haben.
Fahre daher fort, Mein Kind, in Meiner Natur Meinen Liebegeist aufzusuchen, lerne das Buch der Liebe lesen und verstehen, lerne in dem sanften Säuseln der Frühlingslüfte, in dem angenehmen Wohlgeruch der Blumen, in dem freudigen Gesang der Bewohner der Lüfte, wie in dem Sumsen einer fleißigen Biene oder im Murmeln des Baches nur Meine Stimme erfassen, lerne aus allen scheinbaren Zerstörungen, Absterben, Trennen und Abschiednehmen die Lehre ziehen, dass alles dieses sich vor deinen Augen abwickelt, um eben über den Trümmern der Verwesung, über der Zerstörung durch Elementarereignisse, wo so herbe Abschiede vom Teuersten, vom Leben, so vieler Kreatur bereitet wird, doch die alles umfassende väterliche Liebe es ist, die so ihre Kinder und geschaffenen Kreaturen einübt, eben durch das Herbste und Bitterste sich des Höchsten würdig zu machen.
Durch was bist du denn du selbst geworden, was du jetzt wirklich bist? – Blick zurück, es waren Leiden, Abschiedsszenen aller Art, wo du abstreifen musstest das längst Gewohnte und Geliebte, bis du dein geistiges Auge Meiner geistigen Welt geöffnet hast; so wie du aus eigener Erfahrung in deinem Leben diese Stufenleiter der geistigen Entwicklung herauslesen kannst, so geht es in der ganzen Schöpfung, und wohl dem, welcher endlich so weit gekommen wie du die Vaterhand und die Vaterliebe überall erblickt; er hat seine Mission endlich erkannt, für ihn gibt es keine Materie, keinen Abschied mehr, sondern ein ewig dauerndes Wonnegefühl, weil er Meine Liebe, ausgedrückt in Millionen von Formen der körperlichen Welt, verstehen lernt, die ihm alle zurufen, Gott ist ein Geist, und Ihn anbeten muss man im Geist und in der Wahrheit. Deswegen, Mein Kind, fahre fort Mich zu lieben, fahre fort mit unbegrenztem Vertrauen und Glauben Meine dir dargereichte Vaterhand festzuhalten. Schritt für Schritt wirst du neue Wunder, neue Seligkeiten genießen, und jetzt wirst du erst im ganzen tiefsten Sinn verstehen, was es heißen will, dem Reinen ist alles rein. Ein ruhiges, Mir ergebenes Gemüt, welches Meine Liebessprache in der Natur und in seinem eigenen Herzen zu belauschen und zu verstehen gelernt hat, dieses Gemüt lässt sich nicht durch kleine Prüfungen aus seinem Friedenstempel verjagen.
Wer innerlich ruhig ist, der ist es auch inmitten der Weltereignisse, er ist im beständigen Zwiegespräch mit Mir; Meine Geister ziehen in ihn ein, wohnen bei ihm, trösten und belehren ihn; für ihn gibt es kein Rätsel, keine unauflösbare Frage; überall findet er Harmonie und erkennt in den scheinbarsten Widersprüchen Meine Liebe, Meine Absicht alles zu höherer Stufe zu leiten.
So habe Ich auch dich geführt, vom Schatten zum Licht, sonne dich daher in Meiner Liebe und Gnade; und wie die materielle Sonne überall Wärme und Leben verbreitet, so zeige auch du dich in deinen Handlungen als Verbreiterin von Lebens- und Liebeswärme bei allen denen, welche Meine Fügungen dir in den Weg führen werden. So wird dir kein Abschied, keine Trennung mehr Leid verursachen, sondern überall wirst du nicht einzelne Fälle, sondern eine Kette von Umständen finden, die hinter dem scheinbar Unangenehmen die höchste Wonne in geistiger Hinsicht bereiten können. Amen.“

Quelle: „Liebe, das Grundgesetz alles Lebens“, Neu-theosophische Schrift Nr.38, Kundgabe v. 6. März 1872


„Und da stehst du, Mein lieber Bruder, als ein Beispiel von Resignation und erhabenen Glauben da, wie ein rechtes Kind des himmlischen Vaters, welches auch das Herbste soll ertragen können ohne im Vertrauen zu wanken, indem ihm die Zukunft klar durchleuchtet in dem Bewusstsein, es verliert sich nichts aus der Weltenschöpfung, und was der Herr genommen, wird Er in Kurzem verschönert wiedergeben. Ja, Mein Sohn, so hat Mein Schreiber recht, so musst du Meine Pläne und Meine Fügungen annehmen. Sieh, während Meines Erdenwandels konnte Ich Meinen Jüngern diese Trennung von Mir auch nicht ersparen, sie mussten das Herbste erdulden, vorerst Mich am Schandpfahl gekreuzigt zu sehen, und dann sichtbar Mich scheinbar auf immer zu verlieren.
Allein, was dort große himmlische Gesetze verlangten, das ist im menschlichen Leben teils Gesetz der Materie, teils Gesetz des Seelenwesens.
Meine Fügungen, warum so oft ein Kind aus Mutter- oder Vaterarmen oder bei den ehelich Verbundenen der eine oder andere Teil früher abberufen, und Kinder oft, im zartesten Alter schon oder Eltern denselben frühzeitig weggenommen werden, dieses alles kannst du nicht, Mein Sohn, und kein geschaffener Mensch begreifen, denn als Menschen seid ihr kurzsichtig und wisst wenig vom Geisterleben und von der Wechselwirkung der Seelen aufeinander.
So weißt du auch nicht, warum ich deine Tochter ihrem Mann und kurz zuvor ihr den Sohn entriss, und warum die beiden auch dir, Meinem eifrigen und treuen Diener in Meinem Weinberg.
Tröste dich mit dem, dass Ich, der Gott der Liebe, nicht strafen kann, sondern nur das beste Seelenwohl Meiner Kinder im Auge habe. Wie oft trügt der Schein, auch selbst im gewöhnlichen Familienleben, wo die Verordnungen der Eltern den Kindern oft hart, grausam und irrig erscheinen und dennoch nur von Liebe diktiert sind.
So ist es auch bei Mir. Für Mich, als die Wahrheit, gibt es keinen Tod, der Mich erschreckt wie euch. Für Mich gibt es nur einen sanften Übergang von einer Stufe zu einer anderen, und selbst dieser Übergang ist dem Betreffenden, je nachdem sein geistiges Seelenwesen beschaffen ist, nicht so schmerzlich.
Nur den Umstehenden malen sich Schrecknisse vor, die nicht existieren, und wovon der Sterbende zumeist nichts fühlt oder weiß, da die Seele, sich nach und nach entbindend, leichter wird, einer nie gesehenen Helle entgegengeht gerade während die Zuschauer von Finsternissen träumen.
Daher sei getrost, Mein lieber Sohn, verstehst du auch das Warum Meiner Fügungen nicht, so kann Ich dir versichern, deine verstorbenen Anverwandten sind in Meiner Hand und gut aufgehoben, und bereuen die Scheidung von eurer Welt nicht, da das Unausweichliche für sie vorüber ist während du es noch zu erwarten hast.
Ihr sagt ja auch, jedes Ding hat seine Zeit, also gedulde dich und vertraue auf Mich. Im irdischen Leben auf deiner Erde bist du noch nicht verlassen oder allein, und kommst du einst in Mein Reich so findest du auch dort schon wieder geliebte Seelen, welche dich mit Freuden erwarten.
So hast du Bekannte hier und dort, und bist deswegen schon jetzt ein Bürger zweier Welten, der sicht- und unsichtbaren im Jenseits, wo auch dein Geistesvater dir reichlich vergelten wird, was du hier für Ihn ausgestanden und gearbeitet hast. Amen.“

Quelle: „Wahrheit über Spiritismus“, Neu-theosophische Schrift Nr.41, Kundgabe v. 25. November 1873


„Oh Mensch, sehe dein eigenes irdisches Dasein und Mich an, welche Kämpfe, welche enttäuschte Hoffnungen, welch bittere Momente. Und du, hartherziger Egoist, willst, um nicht aus deinem Gewohnheitsleben gerissen zu werden, lieber deine Kinder hier auf Erden leiden und dulden sehen wie du es selbst durchmachen musst, und ziehst es nicht vor, Dem zu danken und Ihn zu preisen, Der diesen unschuldigen Seelen alles dieses erspart, und sie in ein Reich geführt hat, wo sie jetzt schon genießen, was euch nach langen Kämpfen und Leiden erst nach später Altersstunde zuteilwird.
Bedenkt, oh Menschen, wie viel Irdisch-Menschliches klebt an euren Klagen, denkt darüber nach und eine Stunde des Trostes und der Ruhe wird die Folge davon sein.“

Quelle: „Wahrheit über Spiritismus“, Neu-theosophische Schrift Nr.41, Kundgabe v. 22. Juni 1874


Aus dem Brief an Busch nach dem plötzlichen Hinscheiden auch seiner anderen Tochter: „wie ich erdrückt durch Ihre Nachricht betrübt am Schreibtisch saß, so sagte mir meine innere Stimme: Was kann Ich dafür, wenn die Menschen Meine Warnungen und Mahnungen nicht hören wollen, frei sind sie, und Ich muss sie schalten und walten lassen, wie es ihnen beliebt. Dass deine Tochter A. früher in Mein Geisterreich kam, hat für sie nichts Unangenehmes, wohl aber für die Zurückgebliebenen und jetzt um sie Trauernden. Doch beruhige dich, auch diese Trauer, und die dabei vergossenen Tränen werde ich zu trocknen, und das Erlebte zu vergelten wissen! Es kommt alles auf die Ansichten an, die ein jeder von dieser und von jener Welt hat, nach dieser Ansicht richtet sich die Freude oder das Leid, was jedem Menschen auf seinem Lebensweg zustößt. Von Mir könnt ihr alle überzeugt sein, dass Ich meistens nur für Mein Geisterreich, wo euer Aufenthalt der weit längere ist, arbeite, und die irdischen Unannehmlichkeiten und Unglücksfälle stets so ausbeute, dass für euer künftiges Leben der größere Gewinn daraus erwächst. Deswegen sage deinem lieben Bruder, seine Tränen und sein Leid sind bei Mir nicht vergessen, nicht unbeachtet geblieben; wenn auch die Sonne durch dichte Nebel verdunkelt wird, deswegen ist die Sonne nicht vergangen, sondern stets leuchtet sie, und die Gnade und Liebe, welche von ihr ausstrahlt, wird auch durch die Nebel hindurch sein Gemüt mit sanften Gefühlen des Trostes erquicken.
Du, Mein Sohn, siehst nicht, was um dich ist, würdest du es aber sehen können, ja – Tränen würden wieder über deine gefurchten Wangen rollen, aber nicht Tränen des Schmerzes, sondern des Dankes, der Freude und der Liebe, und du würdest ausrufen, Herr, was bin ich, dass Du Mich mit so viel Gnade überschüttest! Daher tröste dich und dein liebes Weib, es waltet ein Gott, Der euch bis jetzt geführt, geschützt und mit Gnaden überschüttet hat; zweifelt nicht, wenn euch gleich manches herb und bitter vorkommt. Seine Liebe für euch hat noch nie aufgehört, und wird stets bedacht sein, mitten unter irdischen Leiden Tropfen der himmlischen Freude zu mischen. Aus Liebe schuf Ich die Welt, mit Liebe regiere Ich sie, und alles Bittere, was euch begegnet im irdischen Leben, verwandle Ich aus Liebe zum Segen.
Dieses dir, Mein Sohn, zur Beruhigung und zum Trost, gedulde dich, wenn dir gleich nicht alles klar ist, zum klaren Sehen gehört ein ungetrübter Blick, diesen habt ihr Menschen nicht, und daher die Unbegreiflichkeiten, wo ihr Meine Worte nicht mit den Ereignissen eures Lebens zusammenreimen könnt.
Daher traue nur Mir und vertraue auf Mich, und Trost und Ruhe werden in dir einkehren, und du wirst Den noch segnen, Der auch in vermeintlicher Unbill dich mit Gnaden überschüttet hat. Amen.“

Quelle: „Wahrheit über Spiritismus“, Neu-theosophische Schrift Nr.41, Kundgabe v. 25. November 1873



Gebet um Trost und Stärkung

„Du willst ein Gebet oder eine Bitte für ein bedrängtes Herz, das eben gerade jetzt wieder gezwungen durch die Umstände die Leerheit und Nichtigkeit der umgebenden Welt, und die Fülle der geistigen, jenseitigen anerkennen muss. Nun so schreibe ihr, was sie zwar fühlt, aber nicht in Worten auszudrücken versteht. Sieh, sie möchte eigentlich zu Mir so sprechen und bitten:

O heiligster Vater! Zerknirscht und tiefgebeugt liege ich vor Deinem Thron, die große unerbittliche Wirklichkeit raubte mir wieder einen Trost, raubte mir eine Seele, an die ich mich auf diesem irdischen Lebenswandel vertrauensvoll angeschlossen hatte.
Wenn ich dieses Leben und die erbarmungslose Hand der Wirklichkeit betrachte, so bleibt mir leider nichts Hoffnungsvolles, wenn nicht ein höheres, ein besseres Leben schon vor längerer Zeit durch gute Lehren eingeprägt in meinem Herzen lebte. Ja, Vater, zu Dem ich jetzt in meiner Herzensangst um Trost und Frieden flehe, wenn es nicht ein anderes Leben gäbe, wenn nicht der Engel des Friedens stets hinauf und niemals abwärts deuten würde, was wäre die ganze Menschheit! – Ebendeswegen lass auch mich vor Deinem heiligen Wesen hinsinken in den Staub, lass mir diesen Verlust zu einem Leiter zu Dir werden, der mich deutlich erkennen lassen soll die Nichtigkeit des bestehenden und die Wichtigkeit des kommenden Lebens.
Eine geliebte Seele riefst Du zu Dir, weil es in Deinem heiligen Willen so beschlossen war, mich als Trauernde ließest Du hier zurück; wenn Du den Dahingeschiedenen namenlose Freuden vielleicht bereitet hast, o so vergiss doch die hier Zurückgebliebenen auch nicht, lass mich Deinen Segen, Deine Gnade fühlen, gib mir den Trost ins Herz, dass alles, was Du tust, nie Strafe, sondern nur vorübergehende Proben sind, mit denen Du mich und uns alle führen möchtest zu Dir, wo Deine gütige Vergeltung so manche hier gemeinten Schmerzenstränen dort in Tränen der Freude verwandeln wird!
Amen.

So bete, Mein Kind, und der Trost wird dir nicht ausbleiben, dies sagt dir dein Vater, den du jetzt anriefst, Der dich nie vergessen hat, und stets mit Seinem Segen dich unterstützen wird! Amen.“

Quelle: „Allgemeine und besondere Lebenswinke für innere und äußere Verhältnisse und Zustände“, Neu-theosophische Schrift Nr.39, Kundgabe v. 12. April 1871


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