Österliche Nachfolge –
aus der bitteren Nacht zum hellen Licht der Seligkeit
"Ihr, denen Ich mit so vieler Sorgfalt Mein Licht aus den Himmeln zukommen lasse, bedenkt wohl, dass Ich, eben weil Ich dieses tue, mit euch außer dem Zweck der Menschheit im allgemeinen noch sogenannte spezielle Zwecke im Auge habe. Zeigt euch also eurer Mission und Meiner Gnade würdig; denn wenn Ich euch wichtige Aufgaben zugedacht habe, so müsst ihr auch dabei bedenken, dass, um solche würdige Werkzeuge Meines heiligen Willens zu werden, ihr auch vorerst selbst gereinigt, geläutert und mit festem Eifer gestählt werden müsst, ehe Ich euch als Stützen für andere gebrauchen kann.
Daher nehmt alle Ereignisse, die euch treffen, als Übungsschule, um in euch selbst erst das fest zu begründen, was ihr anderen nicht bloß in Worten, sondern in Taten zeigen sollt, nämlich dass die Lehre, wie Ich sie euch gegeben, die wahre und einzige ist, die aus Menschen geläuterte Geister und aus Geistern Meine Kinder machen kann!
Viele von euch wollen diese Idee nicht fassen, sie möchten noch immer ihr bequemes Weltleben mit Meinem Geistigen verbinden; sie scheuen Verleugnung, Entbehrung, Aufopferung; allein es ist umsonst; wollt ihr Meine Kinder werden, so müsst ihr, wie einst Ich, den Kelch des Leidens bis zum letzten Tropfen leeren. Auch Ich habe im Garten zu Gethsemane ausgerufen: Vater, nimm den Kelch von Mir! Ich tat es, als Ich von Meiner Liebe verlassen, Meine Lage als Mensch ganz fühlen musste, und doch, so gern die Liebe nur beglücken, nur selig machen will, so musste sie dort ihre Grundeigenschaft verleugnen eines höheren Zwecks wegen, und Ich trank den Becher des Leidens bis zur Neige aus.
So ruft auch so mancher von euch: Herr, nimm den Kelch des Leidens von mir! Und Ich, der alles liebende Vater, der Ich Meine Kinder nur glücklich sehen möchte, kann um seiner selbst willen diesem Wunsch nicht willfahren, muss zum Besten seines eigenen Ichs und zum Besten Meiner großen Zwecke ihn leiden, ihn den Becher ganz leeren lassen, damit er auch, wie einst Ich Selbst, dann nach ausgestandenem Kampf glorreich daraus hervorgehend, die Hand segnen lerne, die ihn aus der bitteren Nacht des Leidens zum hellen Licht der Seligkeit geführt hat. Alle möglichen misslichen Verhältnisse, die euch begegnen können, sie sind alle von Mir Selbst einst auch durchgemacht worden; eben deswegen wurde Ich ganz Mensch, so wie ihr es seid, ließ über Mich alle möglichen Weltstürme hereinbrechen, damit nie ein Mensch sagen kann: Predigen ist leicht, aber selbst ausführen und durch Taten beweisen ist schwer! Daher machte Ich euer ganzes menschliches Leben von der Wiege an durch um euch zu zeigen, dass, wenn der Geist stark ist, er alles überwinden, alles besiegen und alles ertragen kann, nur muss er vorausgesetzt fest überzeugt sein von seiner Mission und von seiner geistigen Bestimmung, von welchem Gesichtspunkt aus dann alle Misshelligkeiten ihren rechten Wert und Aufklärung erhalten werden. Ihr müsst also, wollt ihr wirklich Meine Kinder werden, vorerst fest überzeugt sein, dass ihr auch als Beispiel zuerst rein dastehen müsst, dass aber dieses Reinsein ohne vorheriges Abwaschen der Fehler und falschen Ansichten nicht geht." [Sg.01_012,03-10]
„Meine Kinder, klagt nicht die Welt, nicht die Verhältnisse, nicht Mich an, wenn Unglücksfälle euer Haupt treffen, eure Familien lichten: Es ist überall nur das zweite, große Naturprinzip, ohne welches nichts bestehen kann; es ist die notwendige, bedingte Vervollkommnung, die alles zu diesen Schritten antreibt, und wo Ich Selbst durch Mein Daniedersteigen auf diese Erde euch den kürzesten Weg gezeigt habe, und welchen Ich jetzt durch Meine vielen direkten Mitteilungen euch noch bedeutend verkürzen will.
Alles ist so angeordnet, um euer geistiges Ich zur Vervollkommnung des, wie alles in der ganzen materiellen Welt, auf einer niederen Stufe Stehenden aus den Ruinen dieser Stufen zu einer höheren zu führen, wo nach Auflösung des materiellen Lebens Meine Hand euch auf eine höhere, geistigere Stufe erheben will, wo ihr noch mehr Meine Macht, Meine Liebe und eure Mission erkennen sollt.
Begreift es doch einmal, es liegt eine noch weit höhere, größere und schönere Welt vor euch, die ihr zu erringen habt und die ihr nur dann erreicht, wenn ihr, das Weltliche ganz außer Acht lassend, euer Schicksal geistig auffasst, es in Meine Hände legt und fest überzeugt seid, dass ein Vater nur liebend, aber nie strafend gegen seine Kinder handeln kann. Dann gewinnt die Welt für euch ein anderes Ansehen. Lasst sie dem, dem die Welt ihre Ehre, ihr Geld gibt; die Welt gibt ihm dieses, aber Ich nehme ihm dafür seinen geistigen Schatz; der Weltschatz wird zerstäuben unter den Verhältnissen der Welt, die im großen Ganzen ebenfalls ihrem Vervollkommnungsprozess entgegengeht, wie jeder einzelne Mensch.
Ihr aber, Meine lieben Kinder, bleibt bei eurem geistigen Goldbergwerk im Inneren eures Herzens! Dorthin nur dringt die Welt nicht; dort herrscht ein anderes Prinzip, und das heißt das von Mir für alle Schöpfungen gegründete Prinzip der geistigen Freiheit! Wenn ihr diesem huldigt und geistig euch vervollkommnen wollt, so bleibt der Fortschritt dann nicht aus, der euch von der Welt weg stets näher zu Mir führt, und wo ihr den Weltsorgen und weltlichen Unglücksfällen nur so viel Wert beilegen werdet, wie sie eigentlich haben, um euer Inneres wieder um einen Schritt vorwärts zu bringen. Daher bewahrt eure geistige Freiheit, werdet vollkommen, wie euer Vater im Himmel ist, und eure Mission wird erfüllt, und ihr werdet ganz Mir, eurem Schöpfer und Vater, würdig sein!“ [Sg.01_017,42-48]